Veröffentlicht am 12.05.2026 · aktualisiert am 27.09.2026
8 Min. Lesezeit
Auf einen Blick
Viele Menschen in der Schweiz pflegen oder betreuen regelmässig einen Angehörigen – meist neben Beruf und Familie. Was viele nicht wissen: Es gibt klare gesetzliche Rechte, finanzielle Entschädigungen und Entlastungsangebote, die Sie als pflegende Angehörige nutzen können.
Kurz erklärt
Viele Menschen in der Schweiz pflegen oder betreuen regelmässig einen Angehörigen – meist neben Beruf und Familie. Was viele nicht wissen: Es gibt klare gesetzliche Rechte, finanzielle Entschädigungen und Entlastungsangebote, die Sie als pflegende Angehörige nutzen können.
Für Angehörige und Familien, die Pflege zu Hause organisieren.
Kosten hängen von Pflegebedarf, Leistung und Finanzierung ab.
Die Krankenversicherung beteiligt sich an Pflegeleistungen nach KLV; Betreuung und Haushalt bezahlt sie grundsätzlich nicht.
Angaben ohne Gewähr, Stand 2026, massgebend sind Kanton und Krankenkasse.
Was bedeutet Angehörigenpflege rechtlich?
Seit 2021 ist im Schweizer Obligationenrecht das Recht auf bezahlten Kurzurlaub zur Pflege von Angehörigen verankert (Art. 329h OR). Pro Ereignis sind drei Tage, pro Jahr maximal zehn Tage bezahlte Abwesenheit möglich. Für die Betreuung schwer kranker Kinder besteht zusätzlich ein 14-wöchiger Betreuungsurlaub mit Erwerbsersatz.
Möglichkeiten der finanziellen Entschädigung
Anstellung über Spitex
Einige Spitex-Organisationen stellen Angehörige für anerkannte Grundpflege an. Die geleistete Grundpflege wird über die Krankenkasse verrechnet, der oder die Angehörige erhält einen Lohn inkl. Sozialversicherungen. Im Kanton Zürich müssen Angehörige spätestens ein Jahr nach Stellenantritt einen Kurs in Pflegehilfe oder eine gleichwertige Ausbildung absolvieren und werden regelmässig von diplomierten Pflegefachpersonen der Spitex begleitet; üblich ist dort ein Lohn zwischen CHF 30 und 40 pro Stunde.
Hilflosenentschädigung (HE)
Die AHV oder IV zahlt bei dauernder Hilfsbedürftigkeit eine monatliche Entschädigung – unabhängig vom Einkommen. Sie kann zur Finanzierung von Betreuung verwendet werden.
Ergänzungsleistungen (EL)
Wer Ergänzungsleistungen bezieht, kann zusätzlich Krankheits- und Behinderungskosten vergütet erhalten. Eine Prüfung lohnt sich immer.
Entlastung im Alltag
Pflegende Angehörige sind besonders stark von Erschöpfung betroffen. Wer langfristig pflegen möchte, sollte frühzeitig Entlastung organisieren – nicht erst, wenn die eigenen Kräfte aufgebraucht sind.
Stundenweise Betreuung durch eine externe Betreuungsperson
Tages- oder Nachtstrukturen in Ihrer Region
Ferienbetten und Kurzzeitaufenthalte in Pflegeinstitutionen
Ehrenamtliche Besuchsdienste und Selbsthilfegruppen
Psychologische Beratung für pflegende Angehörige
Tipp
Erstellen Sie eine Liste mit allen Aufgaben einer typischen Woche. Markieren Sie, was nur Sie tun können – und welche Aufgaben sich delegieren lassen. So entsteht ein realistischer Entlastungsplan.
Was tun, wenn die Belastung zu gross wird?
Wenn Schlafmangel, Reizbarkeit oder körperliche Beschwerden zunehmen, ist es Zeit zu handeln. Sprechen Sie offen mit dem Hausarzt, der Spitex oder einer unabhängigen Beratungsstelle. Häufig lassen sich mit überschaubarem Aufwand Lösungen finden – von zusätzlicher Spitex-Hilfe bis zur Vermittlung einer 24-Stunden-Betreuung.
Unterstützung durch PflegeInfo24.ch
Wir informieren und vermitteln an passende Anbieter für Entlastung, Spitex und 24-Stunden-Betreuung in der ganzen Deutschschweiz. Gleichzeitig zeigen wir Ihnen, welche Finanzierungsmöglichkeiten Sie nutzen können – persönlich, neutral und kostenlos.
Persönliche Beratung gewünscht?
Wir ordnen Ihre Situation ein und vermitteln auf Wunsch an passende Anbieter in Ihrer Region.
Quellen und Redaktion
Stand der Angaben: September 2026 · Redaktion PflegeInfo24.ch. Die Inhalte dienen der Orientierung.
Viele Angehörige pflegen jahrelang unentgeltlich. Doch in der Schweiz gibt es Modelle, mit denen pflegende Angehörige für ihre Arbeit entschädigt werden können.
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